Neuerscheinungen

Glasierte Bekrönungskachel, stark sek. verbrannt, 2.H. 14. Jh., Winterthur Altstadt

«einst und jetzt» Heft 10: 31 mal über die Töss.

einst & jetzt 10

 

Massive Holzkonstruktionen, filigranes Stahlfachwerk und elegante Betonbögen überqueren die Töss von Winterthur bis Fischenthal. Die gedeckte Holzbrücke von 1846 tief im Tal unterhalb der Kyburg überstand als einzige Brücke oberhalb von Winterthur die Hochwasser der einst wilden Töss. Nach der Flusskorrektion in den späten 1870er-Jahren investierten der Kanton und die Fabrikanten der boomenden Textilindustrie viel in die Verkehrsinfrastruktur. Mehr als zwanzig Brücken und Stege aus Stahl wurden gebaut, die meisten davon stehen noch heute. Die Fachwerkkonstruktionen repräsentieren den damaligen
Stand des Stahlbaus und machen das Tösstal zu einem einzigartigen
«Brückenmuseum» – mit Objekten, die ihre Funktion nach wie vor erfüllen. Aus der
Pionierzeit des Betonbrückenbaus stammt eine unscheinbare Brücke zuoberst im
Tössbergland; sie dient seit 1899 der Waldbewirtschaftung. Stahlbetonbrücken
von betörender Eleganz entstanden in den folgenden Jahrzehnten im Schlosstal in
Wülflingen und bei der Spinnerei Schöntal in Zell. Die zunehmende Verkehrslast
und die Alterung machten Verstärkungen und Reparaturen notwendig, grösstenteils
sind bei den Tössbrücken aber nach wie vor die originalen Bauteile erhalten.
Gemeinden und Kanton kümmern sich um den Erhalt dieser wertvollen Zeugen der
Technik-, Industrie- und Wirtschaftsgeschichte.

 

Wasser für die Wiesen der Hundigwuhrkorporation

Im Gebiet Hundig an der Glatt oberhalb von Glattfelden steht
mitten auf dem Feld eine rostige Konstruktion mit Kurbel und Kette. Sie gehört
zu den Überresten der Wässerwiesen, die hier bis in die 1960er-Jahre betrieben
wurden. Um die kargen Böden an der Glatt mit Nährstoffen und Wasser zu
versorgen, schlossen sich die Bauern in sogenannten Wuhrkorporationen zusammen
und schufen ein raffniertes System für die Bewässerung. Über einen Hauptkanal
gelangte das Wasser von der Glatt in kleinere und kleinste Kanäle, grössere
Schieber aus Eisen oder Holz steuerten den Durchfluss, kleine Brettchen
leiteten das Wasser auf die Felder. Insgesamt zehn Korporationen unterhielten
Wässerwiesen an der Glatt. Die «Kehrordnung», ein fixer Zeitplan, hielt fest,
wer wie lange Wasser beziehen durfte und der Wuhrmeister überwachte die Nutzung
und den Unterhalt der Anlagen. Ein Verein möchte die letzten Zeugen dieser über
Jahrhunderte gepflegten Wirtschaftsform erhalten und die traditionelle Wiesenwässerung
wieder aufleben lassen, als Teil der Kulturgeschichte, aber auch zur Förderung
einer artenreichen Flora und Fauna. 

Digital statt analog: neue Dokumentationsmethoden in der
Archäologie

Manchmal legen die Ausgräberinnen und Ausgräber der
Kantonsarchäologie äusserst komplexe Geflechte von Mauern, Gräben und
unterschiedlichen Schichten frei. Mit herkömmlichen Mitteln werden diesep
Strukturen von Hand zeichnerisch und fotografisch dokumentiert und eingemessen.
Zur Zeit laufen Versuche, aus digitalen Fotografien dreidimensionale Modelle zu
erstellen – mit grossem Erfolg. Überblicks- und Detailaufnahmen von hoher
Präzision entstehen schnell und mit relativ geringem Aufwand. Nächste Schritte
wie die elektronische Datenerfassung und die GPS-Einmessung mittels Tablets
werden bereits anvisiert. 

Weitere Beiträge in
«einst und jetzt» 10/2018

Trouvaille: Salz für Zürich; Standpunkt: Engagiert für
Kirche, Staat und STARCH (Interview mit Bernhard Egg); Glossar: Schiffchen,
Fadenbremse; Tournee: «Katzenstriegelziehen» und das Taschentriptychon eines
russischen Soldaten; Lokaltermin: Telefonzentrale Rifferswil, Burg Alt
Wülflingen

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www.starch-zh.ch. Pro Heft Fr. 15.– 

Bildmaterial steht in der Internetversion dieser
Medienmitteilung unter www.news.zh.ch zur Verfügung. Bildquelle: Baudirektion
Kanton Zürich, Archäologie und Denkmalpflege

«einst und jetzt» – Die Zeitschrift zu Archäologie und Denkmalpflege im Kanton Zürich

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STARCH,
Stiftung für Archäologie und Kulturgeschichte im Kanton Zürich
Edenstrasse 20, Postfach, 8027 Zürich
info@starch-zh.ch
Tel. 044 285 10 67 

Medienmitteilung

Archäologie im Kanton Zürich_03

AJZ_03

Ein Sammelband mit fünf Beiträgen zu archäologischen Projekten im Kanton Zürich. Die Zeitspanne reicht von der prähistorischen Zeit bis zum Mittelalter:

Eine jungsteinzeitliche Korbreuse von Maur-Schifflände

Neu entdeckte prähistorische Siedlungsspuren im
Kiesgrubengebiet bei Marthalen

Die Nutzung des Quellwassers von der Urdorfer Allmend in urgeschichtlicher und historischer Zeit

Neue Wandverkleidungen aus dem römischen Gutshof in Buchs ZH / Nouveaux placages de la villa romaine de Buchs ZH

Der Limmat abgetrotzt. Mittelalterliche Häuser unter dem Zunfthaus zur Zimmerleuten

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Zürcher Archäologie, Heft 35, der hallstattzeitliche Grabhügel von Oberstammheim-Geeren und die prähistorischen Fundstellen des Stammertals.

Zürcher Archäologie, Heft 35. Der hallstattzeitliche Grabhügel von Oberstammheim-Geeren und die prähistorischen Fundstellen des Stammertals

Das Wagengrab von Oberstammheim-Geeren ist singulär für die Späthallstattzeit
im Kanton Zürich und der übrigen Ostschweiz. Die imposante Grabanlage und die überlieferten Beigaben sprechen für eine herausragende Stellung des
Bestatteten.

Die Nekropole liegt am südlichen Ende des Stammertals im Zürcher Weinland und wurde bei einem Prospektionsflug im Jahr 1997 entdeckt. Magnetikmessungen
wiesen fünf Kreisgräben mit Durchmessern zwischen 27 und 42 m nach sowie bei
vier Hügeln zentrale, rechteckige Gruben.

Im Frühjahr 2009 sondierte die Kantonsarchäologie Hügel 2 in der Flur Bachwasen und dokumentierte eine Grabgrube und die Verfärbung einer
Holzkammer. Sie brach die Arbeiten ab, als die Aufhebung einer Grossgärtnerei zu Bodeneingriffen bei Hügel 5 in der Flur Geeren führte. Das bis Oktober 2009 ausgegrabene
Grabmal war im Gelände nicht mehr sichtbar und vollständig eingeebnet. Der Kreisgraben hatte gemäss den Messungen einen Durchmesser von 35–40 m und konnte nur in einem Sondierschnitt erfasst werden.

90 cm unter der Ackeroberfläche zeichnete sich eine Grabgrube ab, in der eine quadratische Holzkammer mit 3,75 m Seitenlänge stand. In deren Mitte fanden sich spärliche Reste einer Körperbestattung, die antik beraubt war. 18 Pfeilspitzen lassen einen Mann vermuten. Beim Skelett lagen die Fragmente eines Gürtelblechs, eine Perle aus Lignit und die Fusszier einer Eisenfibel mit Goldeinlage. Ein 190 x 90 cm grosser Wagenkasten aus Eichenholz befand sich in der Nordecke der Kammer. Die Räder waren abmontiert und möglicherweise entlang der Südwestwand aufgereiht worden. Knöpfe und Nieten aus Bronze gehörten zum Riemenbesatz des Pferde- oder Wagengeschirrs. Die schlechte Erhaltung der Funde macht die zeitliche Einordnung des Grabs schwierig. Vergleichsfunde legen eine Datierung an das Ende der Stufe Ha D2 oder den Beginn von Ha D3 nahe.

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Zürcher Archäologie, Heft 34, Holzfässer. Studien zu den Holzfässern und ihren Inschriften im römischen Reich mit Neufunden und Neulesungen der Fassinschriften aus Oberwinterthur/Vitudurum.

Zürcher Archäologie, Heft 34, Holzfässer. Studien zu den Holzfässern und ihren Inschriften im römischen Reich mit Neufunden und Neulesungen der Fassinschriften aus Oberwinterthur/Vitudurum

Die vorliegende Monographie ist in die Arbeiten zum Instrumentum domesticum einzureihen, da sie sich mit den auf Holzfässern gefundenen Stempeln und Ritzinschriften befasst. Die Inschriften auf Gegenständen des täglichen Gebrauchs werden heute immer stärkerbeachtet. Da,die Holzfässer ein Handelsprodukt darstellen, deren Produktionsstätten und Handelswege interessieren, bilden sie einen Teil der «Inscribed Economy». Die Monographie geht über eine rein epigraphische Arbeit hinaus, da nach einer ausführlichen Darstellung der Forschungsgeschichte (Kapitel 2) auch weitere Quellen einbezogen und untersucht werden, nämlich die literarischen Quellen zum Begriff des Holzfasses (Kapitel 3) sowie die bildlichen Darstellungen des Holzfasses auf den Grabsteinreliefs (Kapitel 4).
In Kapitel 5 werden die bisherigen Holzfassfunde in der Schweiz vorgestellt,
wobei die gestempelten Dauben – drei aus Nyon und zwei aus Bussy (Pré de Fond)
– ausführlich erörtert und die mit Oberwinterthur engverwandten Funde von
Eschenz ebenfalls einbezogen werden. Das Kapitel 6 ist ganz den Holzfässern aus
Oberwinterthur und der Edition der Holzfassinschriften gewidmet; unter Einbezug
der inschriftlichen Zeugnisse von Eschenz wird es mit den Resultaten der
epigraphischen und namenkundlichen Untersuchungen, mit einem Überblick über die
Spuren der Küfereien und über die Wieder- und Letztverwendungen beschlossen.

Kap. 7 bietet eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse und liefert einen Ausblick für die weitere Forschung. Entgegen den Gepflogenheiten bei dieser Heftreihe wurde die Zusammenfassung ausnahmsweise auch ins Französische und Englische übersetzt.

In die Anhänge sind sodann zwei kleinere Beiträge eingefügt worden, die in einem losen Zusammenhang zu den Holzfassinschriften aus der Schweiz stehen. Zudem finden sich dort die ausführlichen tabellarischen Zusammenstellungen zu den einzelnen Stempeln und Ritzinschriften sowie eine umfassende Bibliographie.

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Zürich-Parkhaus Opéra, Band 1: Befunde, Schichten und Dendroarchäologie

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Die Bauarbeiten für das Parkhaus am Zürcher Theaterplatz wurden von April 2010 bis Januar 2011 zugunsten einer Rettungsgrabung unterbrochen – kurze neun Monate, um die neolithische Feuchtbodenfundstelle Zürich-Parkhaus Opéra unterirdisch zu ergraben. Trotz hohen Zeitdrucks und technisch schwieriger Bedingungen konnten auf rund 3000 m2 die Reste von sechs Siedlungsphasen der Horgener und zwei der schnurkeramischen Kultur dokumentiert werden. In Band
1 werden die Befunde und Schichten sowie die Ergebnisse der Dendroarchäologie und geoarchäologischer Disziplinen vorgelegt. Die Auswertung der Funde, weitere naturwissenschaftliche Analysen und eine übergeordnete Synthese folgen in den Bänden 2 und 3.Der geologische und sedimentologische Rahmen, die Lehmstellen, liegenden Hölzer, Brandschichten, Mischbefunde und die Fundverteilung wurden multidisziplinär untersucht. In Kombination mit den dendroarchäologischen Resultaten zu Zürich-Parkhaus Opéra und Sechseläutenplatz/Wasserspiel erlauben die Ergebnisse Rückschlüsse auf die einstigen topographischen Gegebenheiten und Bauweisen: So ändern sich in der
Horgener Kultur die Dorfpläne, und in schnurkeramischer Zeit kommen dreischiffige Gebäude auf. Auch liegen etwa Palisaden nicht mehr see-, sondern landseits – oder sie trennen Teile der Siedlung voneinander. Auch dank einem bisher selten verfolgten geotechnischen Ansatz zur Rekonstruktion der Paläotopographie führen die Befundergebnisse zur gut gestützten Feststellung, dass in allen Siedlungsphasen abgehoben gebaut wurde und die Siedlungsfläche mindestens saisonal überflutet war. Bemerkenswerte Befunde sind eine vollständig erhaltene Tür aus Pappelholz und eine türähnliche Konstruktion aus halbierten Lindenstämmen. Ein spektakuläres Indiz für etwas, das vor 5000 Jahren in zweifachem Sinn Wellen geschlagen haben dürfte, ist eine schräg durch mehrere Schichten und Seekreide steckend vorgefundene Herdplatte samt Substruktion. Sie muss aus grosser Höhe abgestürzt sein.

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Zürich-Parkhaus Opéra, Band 2: Funde

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Während des Baus des Parkhauses Opéra beim Zürcher Sechseläutenplatz fand in den Jahren 2010/11 eine Notgrabung statt. Die Auswertungsarbeiten sind inzwischen praktisch abgeschlossen. Nun präsentieren Kanton und Stadt Zürich die zweite von drei geplanten Publikationen.

Die Grabung auf dem Areal des Parkhauses Opéra war nicht nur die grösste Grabung einer Schweizer Pfahlbausiedlung in den letzten 15 Jahren, sondern gewissermassen auch eine Materialschlacht: Mehr als vier Tonnen Felsgesteinsfunde, mehr als zwei Tonnen Gefässkeramik sowie Tausende von Feuerstein-, Knochen- und Holzgeräten wurden geborgen. Diese Funde ermöglichen einen neuen Einblick in das Leben und Werken der Pfahlbauer zwischen 3700 und 2700 v.Chr. Zu den herausragenden Gegenständen gehören ein Fischernetz, zwei Hüte und ein Umhang aus Lindenbast.

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Zürich-Parkhaus Opéra, Band 3: Naturwissenschaftliche Analysen und Synthese

Opera_Band_3

Zürich-Parkhaus Opéra übertrifft vergleichbare Fundstellen deutlich an Fläche und Fundmenge und erlaubt dank der Repräsentativität und hohen Datendichte Einblicke in die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt der damaligen Bevölkerung. Der vorliegende Band präsentiert die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Analysen – erstmals in der Feuchtbodenarchäologie unter Einbezug der Chironomiden- und Cladocerenfossilien sowie ausführlicherer Mykologie – und führt die Erkenntnisse der gesamten Auswertung dieser vor allem horgenzeitlichen Fundstelle in einer Synthese zusammen. Die taphonomischen Resultate aller Disziplinen belegen, dass die Ablagerung der Kulturschichten auf dem grössten Teil der Grabungsfläche ganzjährig unter Wasser erfolgte. Die archäobiologischen Ergebnisse bestätigen die eminente wirtschaftliche Bedeutung von Getreide und Rindern, zeigen aber auch, dass die Rolle von Erbsen und Sammelpflanzen bislang unterschätzt wurde. Pollenuntersuchungen, Dendrotypologie und Archäobotanik zeichnen ein detailliertes Bild der menschlichen Eingriffe in die Naturlandschaft. So erhöhten die Siedler zu Beginn einer Siedlungsphase die Produktivität ihrer Umgebung durch gezielte Eingriffe. Das Optimum war nach frühestens 15 bis 20 Jahren erreicht, dann sank die Produktivität und nach etwa 250 Jahren wurde eine neue Region vorbereitet. Vieles deutet darauf hin, dass wirtschaftlich spezialisierte Nebensiedlungen zusammen einen komplexeren Siedlungsverbund bildeten. Die Siedler bedienten sich über weite Teile Europas verbreiteter Symbole, nahmen aber viele Entwicklungen der Westschweiz und am Bodensee nicht auf. Die Fundverteilungen und -typologie sowie die Siedlungsstruktur lassen auf verschiedene soziale Einheiten innerhalb von Parkhaus Opéra schliessen. Diesen dritten und letzten Band zu Zürich-Parkhaus Opéra runden ein kritischer Rückblick auf Organisation und Ablauf von Grabung und Auswertung, Empfehlungen für künftige Grabungen sowie Ausblicke auf weiterführende Forschungsfragen ab.

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