Neuerscheinungen

Zürcher Archäologie, Heft 34

Heft 34
Heft 34

Die vorliegende Monographie ist in die Arbeiten zum Instrumentum domesticum einzureihen, da sie sich mit den
.auf Holzfässern gefundenen Stempeln und Ritzinschriften befasst. Die Inschriften auf Gegenständen des täglichen Gebrauchs werden heute immer stärker
beachtet. Da die Holzfässer ein Handelsprodukt darstellen, deren
Produktionsstätten und Handelswege interessieren, bilden sie einen Teil der
«Inscribed Economy». Die Monographie geht über eine rein epigraphische Arbeit
hinaus, da nach einer ausführlichen Darstellung der Forschungsgeschichte
(Kapitel 2) auch weitere Quellen einbezogen und untersucht werden, nämlich die literarischen Quellen zum Begriff des Holzfasses (Kapitel 3) sowie die
bildlichen Darstellungen des Holzfasses auf den Grabsteinreliefs (Kapitel 4).
In Kapitel 5 werden die bisherigen Holzfassfunde in der Schweiz vorgestellt,
wobei die gestempelten Dauben – drei aus Nyon und zwei aus Bussy (Pré de Fond)
– ausführlich erörtert und die mit Oberwinterthur engverwandten Funde von
Eschenz ebenfalls einbezogen werden. Das Kapitel 6 ist ganz den Holzfässern aus
Oberwinterthur und der Edition der Holzfassinschriften gewidmet; unter Einbezug
der inschriftlichen Zeugnisse von Eschenz wird es mit den Resultaten der
epigraphischen und namenkundlichen Untersuchungen, mit einem Überblick über die
Spuren der Küfereien und über die Wieder- und Letztverwendungen beschlossen.

Kap. 7 bietet eine ausführliche Zusammenfassung der Ergebnisse und liefert einen Ausblick für die weitere Forschung. Entgegen den Gepflogenheiten bei dieser Heftreihe wurde die Zusammenfassung ausnahmsweise auch ins Französische und Englische übersetzt.

In die Anhänge sind sodann zwei kleinere Beiträge eingefügt worden, die in einem losen Zusammenhang zu den Holzfassinschriften aus der Schweiz stehen. Zudem finden sich dort die ausführlichen tabellarischen Zusammenstellungen zu den einzelnen Stempeln und Ritzinschriften sowie eine umfassende Bibliographie.

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Zürich-Parkhaus Opéra, Band 3: Naturwissenschaftliche Analysen und Synthese

Zürich-Parkhaus Opéra, Band 3
Zürich-Parkhaus Opéra, Band 3

Zürich-Parkhaus Opéra übertrifft vergleichbare Fundstellen deutlich an Fläche und Fundmenge und erlaubt dank der Repräsentativität und hohen Datendichte Einblicke in die Gesellschaft, Wirtschaft und Umwelt der damaligen Bevölkerung. Der vorliegende Band präsentiert die Ergebnisse der naturwissenschaftlichen Analysen – erstmals in der Feuchtbodenarchäologie unter Einbezug der Chironomiden- und Cladocerenfossilien sowie ausführlicherer Mykologie – und führt die Erkenntnisse der gesamten Auswertung dieser vor allem horgenzeitlichen Fundstelle in einer Synthese zusammen. Die taphonomischen Resultate aller Disziplinen belegen, dass die Ablagerung der Kulturschichten auf dem grössten Teil der Grabungsfläche ganzjährig unter Wasser erfolgte. Die archäobiologischen Ergebnisse bestätigen die eminente wirtschaftliche Bedeutung von Getreide und Rindern, zeigen aber auch, dass die Rolle von Erbsen und Sammelpflanzen bislang unterschätzt wurde. Pollenuntersuchungen, Dendrotypologie und Archäobotanik zeichnen ein detailliertes Bild der menschlichen Eingriffe in die Naturlandschaft. So erhöhten die Siedler zu Beginn einer Siedlungsphase die Produktivität ihrer Umgebung durch gezielte Eingriffe. Das Optimum war nach frühestens 15 bis 20 Jahren erreicht, dann sank die Produktivität und nach etwa 250 Jahren wurde eine neue Region vorbereitet. Vieles deutet darauf hin, dass wirtschaftlich spezialisierte Nebensiedlungen zusammen einen komplexeren Siedlungsverbund bildeten. Die Siedler bedienten sich über weite Teile Europas verbreiteter Symbole, nahmen aber viele Entwicklungen der Westschweiz und am Bodensee nicht auf. Die Fundverteilungen und -typologie sowie die Siedlungsstruktur lassen auf verschiedene soziale Einheiten innerhalb von Parkhaus Opéra schliessen. Diesen dritten und letzten Band zu Zürich-Parkhaus Opéra runden ein kritischer Rückblick auf Organisation und Ablauf von Grabung und Auswertung, Empfehlungen für künftige Grabungen sowie Ausblicke auf weiterführende Forschungsfragen ab.

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Zürich-Parkhaus Opéra, Band 2: Funde

Zürich-Parkhaus Opéra, Band 2
Zürich-Parkhaus Opéra, Band 2

Während des Baus des Parkhauses Opéra beim Zürcher Sechseläutenplatz fand in den Jahren 2010/11 eine Notgrabung statt. Die Auswertungsarbeiten sind inzwischen praktisch abgeschlossen. Nun präsentieren Kanton und Stadt Zürich die zweite von drei geplanten Publikationen.

Die Grabung auf dem Areal des Parkhauses Opéra war nicht nur die grösste Grabung einer Schweizer Pfahlbausiedlung in den letzten 15 Jahren, sondern gewissermassen auch eine Materialschlacht: Mehr als vier Tonnen Felsgesteinsfunde, mehr als zwei Tonnen Gefässkeramik sowie Tausende von Feuerstein-, Knochen- und Holzgeräten wurden geborgen. Diese Funde ermöglichen einen neuen Einblick in das Leben und Werken der Pfahlbauer zwischen 3700 und 2700 v.Chr. Zu den herausragenden Gegenständen gehören ein Fischernetz, zwei Hüte und ein Umhang aus Lindenbast.

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Zürich-Parkhaus Opéra, Band 1: Befunde, Schichten und Dendroarchäologie

Zürich-Parkhaus Opéra, Band 1
Zürich-Parkhaus Opéra, Band 1

Die Bauarbeiten für das Parkhaus am Zürcher Theaterplatz wurden von April 2010 bis Januar 2011 zugunsten einer Rettungsgrabung unterbrochen – kurze neun Monate, um die neolithische Feuchtbodenfundstelle Zürich-Parkhaus Opéra unterirdisch zu ergraben. Trotz hohen Zeitdrucks und technisch schwieriger Bedingungen konnten auf rund 3000 m2 die Reste von sechs Siedlungsphasen der Horgener und zwei der schnurkeramischen Kultur dokumentiert werden. In Band
1 werden die Befunde und Schichten sowie die Ergebnisse der Dendroarchäologie und geoarchäologischer Disziplinen vorgelegt. Die Auswertung der Funde, weitere naturwissenschaftliche Analysen und eine übergeordnete Synthese folgen in den Bänden 2 und 3.Der geologische und sedimentologische Rahmen, die Lehmstellen, liegenden Hölzer, Brandschichten, Mischbefunde und die Fundverteilung wurden multidisziplinär untersucht. In Kombination mit den dendroarchäologischen Resultaten zu Zürich-Parkhaus Opéra und Sechseläutenplatz/Wasserspiel erlauben die Ergebnisse Rückschlüsse auf die einstigen topographischen Gegebenheiten und Bauweisen: So ändern sich in der
Horgener Kultur die Dorfpläne, und in schnurkeramischer Zeit kommen dreischiffige Gebäude auf. Auch liegen etwa Palisaden nicht mehr see-, sondern landseits – oder sie trennen Teile der Siedlung voneinander. Auch dank einem bisher selten verfolgten geotechnischen Ansatz zur Rekonstruktion der Paläotopographie führen die Befundergebnisse zur gut gestützten Feststellung, dass in allen Siedlungsphasen abgehoben gebaut wurde und die Siedlungsfläche mindestens saisonal überflutet war. Bemerkenswerte Befunde sind eine vollständig erhaltene Tür aus Pappelholz und eine türähnliche Konstruktion aus halbierten Lindenstämmen. Ein spektakuläres Indiz für etwas, das vor 5000 Jahren in zweifachem Sinn Wellen geschlagen haben dürfte, ist eine schräg durch mehrere Schichten und Seekreide steckend vorgefundene Herdplatte samt Substruktion. Sie muss aus grosser Höhe abgestürzt sein.

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«einst und jetzt» Heft 8 - Begehrte und bedrohte Kulturgüter

«einst und jetzt» Heft 8
«einst und jetzt» Heft 8

Grundsätzliches kommt in der neuen Ausgabe von «einst und
jetzt» zur Sprache, der Zeitschrift zu Archäologie und Denkmalpflege im Kanton
Zürich: Wie soll man mit Denkmälern umgehen, die sich selber ständig
wandeln?  Woher kommt die Faszination für
archäologische Funde? Schliesslich erzählen fünf Ausgräberinnen und Ausgräber
ganz persönlich, wie sie zur Archäologie kamen.

Rieterpark, Platzspitz, Arboretum und Freibad Letzigraben:
die grünen Oasen in Zürich sind weit mehr als Erholungsräume für Stadtmenschen.
Als Kulturdenkmäler erzählen sie Geschichten von Landschaftskonzepten und vom
Umgang mit Grünflächen einst und heute. Villengärten erfreuten einen exklusiven
Kreis von wohlhabenden Familien, im Arboretum sollte man beim sonntäglichen
Spaziergang einheimische und fremde Bäume und Sträucher kennenlernen und mit
dem Letzibad schuf die Stadt einen Freiraum für ihre neuen Bewohner fern vom
See.

Seit rund 25 Jahren kümmert sich die Gartendenkmalpflege der
Stadt Zürich um diese Anlagen. Gärten sind äusserst lebendige Denkmäler, von
Natur aus einem ständigen Wachsen und Vergehen unterworfen. Langfristige
Pflegekonzepte bewahren den Charakter dieser Anlagen, sichern die Spuren
früherer Nutzungen und passen die Parks den gewandelten Ansprüchen der
Bevölkerung an – «Rasen betreten verboten» gilt schon lange nicht mehr. Und
nicht zuletzt geht es darum, ein wertvolles Kulturgut mit treffenden Argumenten
zu schützen, sind doch die letzten freien Flächen in der Stadt dem Druck der
baulichen Entwicklung in besonderem Mass ausgesetzt. 

Vom Umgang mit archäologischen Funden

Sind Archäologen Schatzsucher? Früher waren sie das
tatsächlich, bestimmte doch der künstlerische Ausdruck und nicht selten auch
der Ertrag in barer Münze den Wert archäologischer Funde. In einem grossen
Bogen zeigt «einst und jetzt», wie sich die Sicht auf archäologische Funde über
die Jahrhunderte verändert hat. Am Anfang stand die Begeisterung für das
Exotische und das Schöne, heute steht die Wertschätzung als unersetzliche
Informationsquelle zur Menschheitsgeschichte im Vordergrund.

Die Interessen waren und sind äusserst vielfältig: In der
Barockzeit verherrlichte man die Antike und ihre Kunstwerke, um 1800 liess
Napoleon Archaeologica als Kriegsbeute von Ägypten nach Paris bringen und
wissenschaftlich untersuchen und im 19. Jahrhundert sammelten aufgeklärte
Bürger Pfahlbaufunde und legten so die Basis für viele Sammlungen und Museen.
Bloss materielle Werte zählen hingegen für jene, die aus Habgier oder Hunger
Fundstellen plündern. Und gerade in unserer Zeit werden wertvollste Kulturgüter
aus Hass und ideologischer Verblendung zerstört 

Interviews mit Zeitreisenden

Die Ausgräber der Kantonsarchäologie sind sich einig: Ihre
Arbeit ist wie eine Zeitreise. Schicht für Schicht graben sie sich in die
Vergangenheit und stossen dabei auf Gebäude, Geräte, Hausrat und Skelette, die
Geschichten aus längst vergangenen Zeiten erzählen – wenn man sie denn zu
befragen weiss. Fünf Ausgräberinnen und Ausgräber schildern ihren ganz
persönlichen Zugang zur Archäologie und den Weg vom Kindertraum zum Beruf. 

Weitere Beiträge in «einst und jetzt» 8/2016:
Trouvaille: Magische Zeichen für die Unterwelt
Standpunkt: «Dieses Schatzsucher-Gen in mir»
Glossar: Fallblattanzeiger, Dragendorff
Tournee: Inschriftentafeln von den Turnhallen am Pfauen und archäologische
Funde für Sandkastenspiele
Lokaltermin: Handmaschinenstickerei Neuthal, Römischer Gutshof Seeb

«einst und jetzt» – Die Zeitschrift zu Archäologie und Denkmalpflege im
Kanton Zürich.

Bestellformular auf
www.starch-zh.ch. Pro Heft Fr. 15.–

STARCH,
Stiftung für Archäologie und Kulturgeschichte im Kanton Zürich
Edenstrasse 20, Postfach, 8027 Zürich
info@starch-zh.ch
Tel. 044 285 10 67 

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Zürcher Archäologie, Heft 33

Heft 33
Heft 33

Gegenüber dem Kirchhügel von Oberwinterthur lag das Zentrum des
antiken Vicus Vitudurum. Die Siedlungsverdichtung in diesem Quartier seit den frühen 1990er-Jahren löste zahlreiche archäologische Untersuchungen aus. Das vorliegende Heft beschreibt die Ausgrabungen auf den Parzellen Römerstrasse 169a und 173 ausführlich, aber auch kleinere Flächen an der Lindbergstrasse 2 sowie an der
Römerstrasse 165 und 175 werden vorgelegt.

Die ausgegrabenen Strukturen lassen deutliche Spuren der römischen Siedlungsplanung erkennen. Das Land wurde bei der Gründung des Vicus in Parzellen aufgeteilt, die während der ganzen römischen Epoche bestehen blieben. Ihre Orientierung behielten die Gebäude durch alle Phasen bei. Wohl ab mittelaugusteischer Zeit, kurz vor der Zeitenwende, standen in diesem Quartier erste Holzbauten. An der Römerstrasse 173 liessen sich insgesamt fünf Holzphasen
fassen. Auf diese folgte im dritten Viertel des 1. Jh. das bisher älteste bekannte Steingebäude im Vicus. Bei der Römerstrasse 169a und der Lindbergstrasse 2 kamen Steinbauten ab 70/80 n.Chr. hinzu. Die römische Siedlungsabfolge bricht an der Römerstrasse 173 am Ende des 2. Jh. ab. An der Römerstrasse 169a dagegen blieben Steingebäude bis in die zweite Hälfte des 3.
Jh. erhalten.

Das Quartier lag am höchsten Punkt des Vicus gegenüber dem sakralen Zentrum von Vitudurum. Die Qualität der Steingebäude unterstreicht die besondere Bedeutung des Standorts: Mörtelböden und farbige Wandmalereien zierten die Behausungen. Handwerker sind denn auch an dieser Lage kaum nachgewiesen, hier residierten die vornehmeren und wohlhabenderen Vicusbewohner.

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